Sie sind hier: Innenraum > Fogging- Effekt

Seit ungefähr Mitte der 90er Jahre werden Anfragen von Kunden registriert, in denen von Schwarzfärbungen in Wohnungen die Rede ist. Zu diesen plötzlich auftretenden Schwarzfärbungen an Außenwandflächen oberhalb der Heizkörper kommt es meist zu Beginn der Heizperiode. Aber auch auf anderen Wandflächen tritt der Effekt auf. Zu Verfärbungen kommt es auch an Fensterrahmen und an Innenflächen von Schränken.

Hier stellt man sich oft die Frage der Wohnraumhygiene. Oftmals waren wir, die Maler als letztes in der Wohnung und werden mit diesem Effekt in Verbindung gebracht. Im Juni 95/96 wurden zum ersten Mal Anfragen an das Umweltbundesamt gerichtet, in denen von plötzlichen aufgetretenden rußähnlichen Staubablagerungen in den Wohnungen berichtet wurde. Die Ablagerungen waren in der Regel innerhalb weniger Tage entstanden und traten zum Teil massiv in mehreren Räumen der Wohnung auf.

Aufgrund der rußartigen Ablagerungen wurde zunächst an undichte Schornsteine, defekte Heizanlagen oder rußende Verbrennungsprozesse in der Wohnung (Kerzen, Kaminöfen usw.) als mögliche Ursache und Eintragsquelle dieser Ablagerungen gedacht. Dieser Verdacht konnte jedoch nicht bestätigt werden.

Das Institut für Wasser-, Boden- und Lufthygiene führte über die örtlichen Gesundheits- und Umweltämter eine Fragebogenaktion durch, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede des "Phänomens der Schwarzen Wohnung" abzufragen.

Die Auswertungen ergaben -

  • dass die Ablagerungen fast ausschließlich während der Heizperiode auftraten.
  • die Wohnungen meist zuvor renoviert waren
  • Die Ablagerungen "schwarzgrau" waren und sich "ölig schmierig" anfühlten, sich oberhalb von Wandheizkörpern, an Außenwänden, Decken, Vorhängen, kunststoffhaltigen Oberflächen wie Fenstern, Steckdosen, Lichtschalter festsetzten.
  • Die Ablagerungen waren zumeist nur mit Tensiden oder Reinigungsmitteln zu entfernen
  • Offene Kamine oder Kachelöfen waren nicht vorhanden
  • Bei der Analyse von Inhaltsstoffen ergaben sich keine Hinweise auf vermehrte Verbrennungsrückstände, statt dessen fand man schwer flüchtige organische Verbindungen, insbesondere Weichmacher, langkettige Alkane und Alkohole in den Ablagerungen.

Mögliche Entstehungsursachen

Nach dem derzeitigen Erkenntnisstand (Dr. Ing. Heinz-Jörn Moriske, Umweltbundesamt Berlin) kommen folgende Einflussfaktoren für das Entstehen der Ablagerungen in Betracht.

  • Bei der Renovierung und Wohnraumsausstattung (z.B. Möbel, Laminat, etc.). In den Wohnungen wurden Produkte eingesetzt die verstörkt schwer flüchtige, also hoch siedende organische Verbindungen an die Raumluft abgeben.
  • Nach den Analysen von Proben handelt es sich dabei vor allem um Weichmacherverbindungen sowie langkettige Alkane.
  • Das Ausgasen der schwer flüchtigen organischen Verbindungen in die Raumluft kann Monate andauern und wird durch Umgebungseinflüsse, wie Raumlufttemperatur und Luftfeuchtigkeit beeinflusst.
  • Wenn im Winter geheizt und oftmals weniger gelüftet wird, kann sich das Konzentrationsniveau dieser Verbindungen in der Raumluft erhöhen.
  • Die schwer flüchtigen Verbindungen lagern sich an vorhandenen Schwerstaubverbindungen in der Raumluft ab und führen zur Agglomeration (Zusammenballung) kleiner Staubteilchen zu größeren Partikeln.

Der Einfluss von Weichmacherverbindungen aus Kunststoffen und hoch siedenden Lösemitteln ist aus hygienischer Sicht und bei den in den Wohungen gemessenen Konzentrationen nicht gesundheitsschädlich (Aussage Moreske und Turowski 1998). DIe Verbindungen kommen in niedrigen Konzentrationen auch in der Außen- und Innenraumluft vor.

Zusammenspiel vieler Begleiterscheinungen

Der Eintrag der genannten Ausgasungen allein genügt nicht um die Ablagerungen zu erzeugen. Es sind weitere Voraussetzungen notwendig.

  • Bauliche Gegebenheiten
  • Raumausstattung (Materialien die zusätzlich Weichmacher abgeben)
  • Raumnutzung (Verwendung zusätzlicher Emissionsquellen wie Öllämpchen, Kerzen usw.)
  • Raumklimatische Einflüsse (Luftfeuchtigkeit, Elektrostatik der Luft)
  • Luftbewegungen

Fazit:

Ohne Staubteilchen keine schwarzen Ablagerungen